Das Bistum Hildesheim hat einen neuen Bischof

Sieben Monate nach dem Rücktritt von Bischof Norbert Trelle hat das Bistum Hildesheim einen Nachfolger gefunden. Der war bislang Generaloberer der Kongregation der Herz-Jesu-Priester und davor Schulleiter.

Bistum Hildesheim | Hildesheim - 06.04.2018

Der Generalobere der Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester, Pater Heiner Wilmer, wird neuer Bischof im Bistum Hildesheim. Das gaben der Vatikan und die Diözese am Freitagmittag zeitgleich bekannt. Der 56-jährige Wilmer wird damit Nachfolger von Bischof Norbert Trelle (75), der das Bistum bis zu seinem altersbedingten Rücktritt im vergangenen September geleitet hatte. Damit sind bald alle deutschen Bischofsstühle wieder besetzt. Wilmer soll im September im Hildesheimer Mariendom zum Bischof geweiht werden.

Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 im emsländischen Schapen geboren. 1980 trat er ins Noviziat der Ordensgemeinschaft im Herz-Jesu-Kloster Freiburg ein. Von 1981 bis 1986 studierte er Theologie in Freiburg und Romanistik in Paris. 1987 spendete ihm der damalige Freiburger Erzbischof Oskar Saier die Priesterweihe. Anschließend nahm Wilmer an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ein philosophisches Studium auf. 1991 wurde er in Freiburg zum Doktor der Theologie promoviert. Seine Dissertation über den Begriff der Mystik in der Philosophie Maurice Blondels wurde mit dem Bernhard-Welte-Preis ausgezeichnet. Im Anschluss studierte Wilmer in Freiburg Geschichte auf Lehramt. Es folgten Stationen als Behindertenseelsorger in Toronto, Schulseelsorger in Vechta, Lehrer in der New Yorker Bronx und Schulleiter des ordenseigenen Gymnasiums im niedersächsischen Handrup.

Im Jahr 2007 wurde Wilmer Provinzial der deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester. 2013 veröffentlichte er sein Buch "Gott ist nicht nett" über seinen Glauben und die Lebensentscheidung, Priester zu werden. Am 25. Mai 2015 wählte ihn das Generalkapitel seiner Ordensgemeinschaft in Rom mit Zweidrittelmehrheit zum Generaloberen. Wilmer ist nach Pater Alphons Maria Lellig SCJ (1954-1958) der zweite Deutsche, der die 1878 gegründete Kongregation leitet. Der Gemeinschaft, die auch unter dem Namen Dehonianer bekannt ist, gehören weltweit rund 2.200 Patres und Brüder an.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte dem künftigen Hildesheimer Bischof. Die Erfahrungen als Oberer im Orden und die langjährige pastorale Arbeit seien gute Voraussetzungen für die Verantwortung für die Kirche von Hildesheim, sagte Marx laut einem Schreiben der Bischofskonferenz. "Die Kirche steht insgesamt vor großen Herausforderungen. Aber Sie werden in Ihrem künftigen Bistum … eine freudige und lebendige Kirche vorfinden." Er freue sich, so Marx, Wilmer schon bald im Kreis der deutschen Bischöfe begrüßen zu können und wünsche ihm für seine neue Aufgabe Begeisterung und den "Blick nach vorne".

Dass der Generalobere eines Ordens auf einen deutschen Bischofssitz berufen wird, kam seit dem Zweiten Weltkrieg bislang nur einmal vor: 1992 wurde der damalige Abtprimas der Benediktinischen Konföderation, Viktor Josef Dammertz, zum Bischof von Augsburg berufen. Mit Wilmer werden insgesamt drei Ordensleute an der Spitze einer deutschen Diözese stehen: Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke ist Benediktiner und der Passauer Bischof Stefan Oster ist Salesianer Don Boscos.

Der frühere Kölner Weihbischof Trelle stand der Diözese Hildesheim seit 2005 vor. Nach seinem Rücktritt übernahm Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger (69) als Diözesanadministrator kommissarisch die Leitung. Mit sieben Monaten war die Vakanz des Bischofsstuhls in Hildesheim verhältnismäßig kurz. Noch schneller ging es zuletzt im Bistum Würzburg: Dort war im Februar nach nur fünfmonatiger Vakanz der Speyerer Generalvikar Franz Jung zum Bischof ernannt worden. (tmg)

6.4.18, 12:25 Uhr: Ergänzt um das Statement von Kardinal Marx.

6.4.18, 12:50 Uhr: Ergänzt um den Termin der Bischofsweihe.

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